Interview: Die Entstehung von Zurück bleibt der Tod

Was hat Sie zu Zurück bleibt der Tod inspiriert?

Kevin Wignall: Ich hatte die Idee zu einem Buch, in dem der Held von einem alten Studienfreund um Hilfe gebeten wird. Der Held ist mit seinem Leben nicht mehr zufrieden, und so hilft er seinem Freund, um die Fehler, die er begangen hat, dadurch auszugleichen, dass er etwas Gutes tut.

Aber es geht ja nicht nur um zwei alte Studienfreunde, die sich wiedertreffen – in Ihrem Roman geschehen wirklich schlimme Dinge.

In der Tat. Als ich Zurück bleibt der Tod geschrieben habe, war mir durchaus bewusst, dass meine Geschichte einige Ähnlichkeiten zu dem legendären Orson Welles-Film Der Dritte Mann hat, der von Graham Greene geschrieben wurde – eine Liebesgeschichte zwischen drei Personen, ein Mann, der üble Sachen gemacht hat, eine alte Freundschaft.

Warum haben Sie den Anschlag vom 11. September als Handlungselement gewählt?

Das kam so: Ein alter Studienfreund hat sich mit mir über den 11. September und die ganzen Verschwörungstheorien unterhalten. Als ich ihm sagte, dass ich das alles sehr zweifelhaft finde, meinte er, ich solle ihm eine bessere Erklärung liefern. So kam ich auf die Idee, die ich schließlich im Roman verarbeitet habe.

Hatten Sie Befürchtungen, dass das Thema zu groß, zu heikel ist?

Tatsächlich gibt es Probleme deswegen. In Amerika wurde Zurück bleibt der Tod bislang nicht veröffentlicht. Auch gab es großes Interesse an einer Verfilmung – aber immer nur unter der Bedingung, die 9/11-Elemente zu entfernen. Bei uns gibt es ein Sprichwort über „den Elefanten in deinem Zimmer“ – ich meine, einen Verschwörungsroman zu schreiben und dabei den 11. September außen vor zu lassen, bedeutet, den Elefanten in deinem Zimmer zu übersehen.

In Zusammenhang mit dem Roman kam es auch zu einem Zwischenfall in Helsinki. Was ist da passiert?

Bevor ich für eine Lesung nach Helsinki reiste, diskutierten verschiedene Verschwörungstheoretiker mein Buch bereits im Internet. Viele kamen dann auch zu meiner Lesung. Einer aus dem Publikum, ein Russe, der in Finnland lebte, wurde sehr wütend und beschuldigte mich, für die CIA zu arbeiten – ich glaube kaum, dass er mein Buch gelesen hatte, denn die CIA kommt bei mir nicht gerade besonders gut weg.

Aber schließlich mussten die Sicherheitskräfte eingeschaltet werden, wie wir hörten.

Ja, sie waren schnell und äußerst effizient – allerdings wirkte die Situation auf mich nicht wirklich gefährlich. Ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht, was gerade abging – ich verstehe nämlich kein einziges Wort Finnisch.

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